Bensheim, 30. Juni 2026 — In der Versorgung von Patienten mit cannabisbasierten Rezepturarzneimitteln besteht weiterhin ein ungedeckter Bedarf an alltagstauglichen und standardisierbaren Darreichungsformen. Daher bringt Avextra nun das erste Granulat auf Basis eines ausbalancierten Cannabisextraktes (THC/CBD) zur Herstellung von Kapseln auf den Markt. Das Granulat ist Teil des Rezepturportfolios und dient auch als Ausgangsstoff für die patientenindividuelle Herstellung von sondengängigen Darreichungsformen. Apotheken können das Granulat ab sofort direkt beziehen und vor Ort zur patientenspezifischen Darreichungsform in Kapselform mit 2,5 oder 5 mg THC / CBD verarbeiten. Ab dem Spätsommer wird auch der Großhandel mit dem auch für Klinik- und heimversorgenden Apotheken interessanten Granulat lieferfähig sein.
Entwicklung neuer Darreichungsform
Aktuell erfolgt die Therapie mit cannabisbasierten Rezepturarzneimitteln größtenteils über ölige Extrakte, die im Alltag eine Herausforderung in der Anwendung darstellen können. Gleichzeitig zeigen klinische Daten, dass die Darreichungsform selbst einen wesentlichen Einfluss auf die Therapieerfahrung und die Akzeptanz haben kann. Vor diesem Hintergrund hat Avextra das neuartige Granulat in enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern entwickelt.
Beitrag des Granulats zur Versorgung
Die Weiterverarbeitung in der Apotheke zu Kapseln ermöglicht eine klare und nachvollziehbare Dosierung sowie eine bessere Einbindung in bestehende Therapie- und Medikationskonzepte. Für Patienten kann sich durch die Kapseln eine erleichterte Anwendung ergeben. Dies kann dazu beitragen, die Therapie besser in den Alltag zu integrieren und an individuelle Bedürfnisse anzupassen.
Klinische Einordnung durch Saturn
Das Granulat wurde auch im Rahmen der nicht-interventionellen SATURN-Studie untersucht, in der unterschiedliche orale Darreichungsformen unter Versorgungsbedingungen getestet wurden. Dort zeigten sich unter Therapie mit oralen Cannabisextrakten über verschiedene Indikationen hinweg Verbesserungen der Symptomlast und der Lebensqualität. Zudem wurde eine Reduktion begleitender Medikation bei einem Teil der Patienten und hohe Zufriedenheitswerte bei Patienten mit der granulatbasierten Kapsel beobachtet.
Jetzt verfügbar
„Nach Jahren der Entwicklung ist es nun so weit: Mit dem Granulat stellen wir eine weitere Darreichungsoption bereit, die aus den Anforderungen der Versorgung heraus entstanden ist“, sagt Dr. Bernhard Babel, Geschäftsführer von Avextra. „Für Patienten ergibt sich daraus eine standardisierte, einfach anzuwendende orale Darreichungsform, die eine strukturierte Anwendung im Alltag unterstützt.“ Auch aus Sicht der klinischen Entwicklung kommt der Darreichungsform eine wichtige Rolle zu. „Patienten brauchen Therapien, die auf belastbarer Evidenz beruhen, konsistent und verlässlich bereitgestellt werden und sich sinnvoll in den Alltag integrieren lassen“, ergänzt Ana Serrato, Clinical Development. „Standardisierbare Darreichungsformen wie Granulate sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Sie schaffen die Grundlage für reproduzierbare Ansätze in der klinischen Forschung und tragen dazu bei, cannabinoidbasierte Arzneimittel weiterzuentwickeln, die im klinischen Alltag konsistenter bewertet und eingesetzt werden können.“
Über Avextra
Vertrauen durch Forschung und patientenorientierte Innovation: Das Hessische Biotech-Unternehmen Avextra steht für die Weiterentwicklung von Cannabis-basierten Rezepturarzneimitteln. Wir investieren gezielt in Forschung – so ebnen derzeit allein sechs richtungsweisende Studien von Avextra in Deutschland den Weg für eine angestrebte Zulassung. Unser Ziel: die Erstattung von Cannabinoiden für schwerkranke Patient:innen im Schmerz- und Palliativbereich nachhaltig zu verbessern.
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